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Actinium-225 Projekt

(Mitarbeiter: Dr. J. Moreno)

Herstellung von 225Ac mittels Protonenbestrahlung von 226Ra im 22 MeV Protonenzyklotron der TUM

Actinium-225 und sein Tochterisotop 213Bi wurden bereits erfolgreich in der Radioimmuntherapie zur Behandlung spezifischer Krebstypen (z. B. myeloische Leukämie) eingesetzt. Das Bismut-Isotop (Bi-213) ist an spezielle Antikörper gekoppelt, welche gezielt Blutkrebszellen ansteuern. Während Giftstoffe in der Chemotherapie lediglich sich teilende Zellen abtöten, wirkt die Radioimmuntherape auch auf ruhende Zellen. Somit können Rückfälle im Wesentlichen verhindert werden. Das Bismut-Isotop, mit dem die Antikörper beladen sind, sendet energiereiche Alpha-Strahlen mit kurzer Reichweite aus. Bismut-213 wird herkömmlich im Generator aus 225Ac (T1/2= 10 Tage) gewonnen, dieses wiederum hauptsächlich durch Extraktion eines Gemisches mit dessen Mutternuklid 229Th. Die durch dieses Verfahren gewonnenen Mengen an 225Ac/213Bi decken jedoch bei weitem nicht den Bedarf in Forschung und klinischer Therapie.

Eine Alternative und vielversprechende Methode der 225Ac-Herstellung beruht auf der Kernreaktion 226Ra (p,2n) 225Ac durch Protonenbestrahlung von 226Ra im Zyklotron.

2002 startete unsere Gruppe am Institut für Radiochemie in Kooperation mit dem Institut E17 des TUM-Physikdepartments sowie mit dem Institut für Werkzeugmaschinen und Betriebswissenschaften (iwb) ein Projekt mit dem Ziel, die erforderliche Technologie und Logistik für eine kontinuierliche Langzeitproduktion von mehreren hundert mCi an 225Ac durch 226Ra (p,2n) 225Ac - Reaktion im TUM-Zyklotron aufzubauen. Neuartige Bestrahlungskonzepte hinsichtlich der 226Ra-Targetpräparation sowie dem Targetdesign wurden entwickelt. Desweiteren wurde die Methode intensiv auf ihre Nutzbarkeit im Labormaßstab geprüft, bis hin zu einem Ra-Umsatz im Milligramm-Bereich. Verschiedene Technologien und Verfahren hinsichtlich Targetvorbereitung, selektiver Extraktion von Ac und Ra aus den bestrahlten Targets, Trennung und Reinigung des Actiniums, dem Recycling der Radium-Fraktion und der Qualitätskontrolle der entsprechenden Produkte wurden entwickelt .

Derzeit ist es unser Ziel, den Produktionsmaßstab von 225Ac zu erhöhen. Zu diesem Zweck arbeitet unsere Gruppe an folgenden Aufgaben:

- Umbau des bestehenden Zyklotrons mit dem internen Protonenstrahl in ein modifiziertes Gerät mit externem Strahl

- Aufbau eines neuen radiochemischen Labors mit heißen Zellen

- Optimierung und Automatisierung radiochemischer und projektbezogener Prozesse

- Stabilitätsuntersuchungen von Chemikalien und Materialien (z. B. Chromatographiesäulen zur radiochemischen Trennung, Ventile...) unter erhöhten Strahlungsbedingungen

 

 

Lutetium-177 Projekt

(Mitarbeiter: Dr. K. Zhernosekov, C. Barkhausen)

Auch 177Lu stellt ein für die Radioimmmuntherapie äusserst wertvolles Nuklid dar. Der Bedarf an 177Lu in Forschung und Medizin wird jedoch nur unzureichend gedeckt, da dessen Produktion in sowohl hoher spezifischer Aktivität als auch entsprechender Reinheit erheblich eingeschränkt ist. Prinzipiell sind zwei Methoden zur 177Lu-Darstellung praktikabel:

- Neutronenbestrahlung von 176Lu gemäss 176Lu (n,γ) 177Lu: Vorteil dieser Kernreaktion ist der relativ hohe Neutroneneinfangquerschnitt (2090 b). Die Entstehung des langlebigen 177mLu (T1/2= 160 d) erweist sich jedoch als nachteilig. Die spezifische Aktivität des Produkts ist verhältnismässig gering.

- Neutronenbestrahlung von 176Yb gemäss 176Yb (n,γ) 177Yb —› 177Lu : Diese Kernreaktion zeichnet sich durch einen relativ geringen Neutroneneinfangquerschnitt (2,4 b) aus, liefert jedoch das gewünschte Lutetium-177 in hoher spezifischer Aktivität. Die nachfolgend erforderliche Separation des 177Yb von 177Lu stellt hierbei die grösste Herausforderung dar.

Dieses Projekt zielt auf die Optimierung der Lutetium-177-Darstellung mittels der genannten Methoden. Hierzu werden neben der Variation der Bestrahlungsbedingungen chemische Trennverfahren (Ionenaustauschchromatographie, Extraktion/Extraktionschromatographie, elektrochemische Methoden) zur Reinigung von 177Lu geprüft.

 

Holmium-166 und Terbium-161 Projekte

(Mitarbeiter: S. Lehenberger, H. Dorrer, Dr. K. Zhernosekov)

 

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